Keynote von Prof. Dr. Thomas Häcker (Universität Rostock)

 

Abstract der Keynote

Wie in vielen anderen Disziplinen und Professionen auch erscheint Reflexion in der Lehrer*innenbildung als der Inbegriff des Anzustrebenden, dessen Steigerung in jedem Fall ein Gewinn wäre. Allerdings bricht sich der Reflexionsoptimismus nicht nur an der Frage der Wirksamkeit der Reflexion, es deutet auch einiges darauf hin, dass menschliche Reflexion eine Ausnahmeleistung darstellt, die eher selten vorkommt, oftmals folgenlos bleibt und deren Stellenwert notorisch überschätzt wird. Die verbreitete Nobilitierung der Reflexivität als Selbstzweck, die hohen Erwartungen an die Realisierung höchster Reflexionsniveaus und die Verdichtung von Reflexionsanforderungen werfen die Frage auf, ob Reflexion in der Lehrer*innenbildung nicht unter der Hand zu einer quasi-technologischen Formel zur Sicherung einer Gewissheitspose an den Grenzen des Mach-, Plan-und Steuerbaren gerät. Im Vortrag wird gefragt, wie die Frage der Wirkung von Reflexion auf der Grundlage ihres anthropologischen Stellenwertes gestellt und wie Reflexion in der Lehrer*innenbildung zwischen Trivialisierung und Mystifizierung lokalisiert werden könnte.

 

Vita

portrait thomas haeckerThomas Häcker war Grund- und Hauptschullehrer und Konrektor an einer Brennpunktschule. Er promovierte im Bereich der Erwachsenenbildung mit einer Arbeit über Widerstände in Lehr-Lern-Prozessen mit Erwachsenen. Im Rahmen des BLK-Modelversuchsprogrammes Lebenslanges Lernen habilitierte er sich in Heidelberg mit einer Arbeit zum Lernen mit Portfolios auf der Sekundarstufe I. An der Pädagogischen Hochschule Luzern leitete er drei Jahre das Institut für Pädagogische Professionalität und Schulkultur (IPS) und war stellvertretender Leiter der Bereiches Forschung und Entwicklung (F&E). Seit 2008 ist er Professor für Erziehungswissenschaft mit den Schwerpunkte Schulpädagogik und Bildungsforschung an der Universität Rostock, wo er als Gründungsdirektor von 2008-2012 das Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZLB) aufbaute. Seit 2013 ist er Mitglied in der Jury des Deutschen Schulpreises der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung.

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